Psychophysiologische Diagnostik (Biofeedback-Stresstest)
Zur Erfassung individueller Stressreaktionen und der Fähigkeit zur Erholung biete ich einen wissenschaftlich fundierten Biofeedback-Stresstest mit vier Stressoren an.
Diese Form der psychophysiologischen Diagnostik liefert ein umfassendes Bild Ihrer körperlichen Reaktionen auf verschiedene Belastungssituationen sowie auf Entspannungsphasen. Sie dient nicht nur als Grundlage für eine gezielte Trainingsplanung, sondern auch zur Einschätzung möglicher Regulationsstörungen im Stressverarbeitungssystem.
Ablauf des Tests
Der Test dauert ca. 30 Minuten und besteht aus mehreren Phasen, die gezielt Stress- und Entspannungsreaktionen auslösen. Dabei werden verschiedene Biosignale mithilfe eines Multisensors erfasst:
- SCL (Hautleitwert): Ein sensibles Maß für die Aktivität des Sympathikus. Besonders aussagekräftig bei kognitiven und emotionalen Stressoren. Der SCL-Wert hilft, die biologische Reaktionsbereitschaft (Sympathikotoniker vs. Vagotoniker) zu erkennen und den Trainingsschwerpunkt individuell zu setzen.
- Temperatur: Ein Indikator für die periphere Durchblutung. Ein Temperaturanstieg bei gleichzeitigem SCL-Abfall weist auf eine Entspannungsreaktion hin. Bereits eine Veränderung von ±0,5 °C gilt als klinisch relevant.
- Pulskurve (PK) und Pulsfrequenz (PF): Diese Parameter geben Aufschluss über die lokale Durchblutung und die Herzfrequenzveränderung in Reaktion auf Stress und Entspannung.
Zusätzlich wird Ihre Atmung mithilfe eines kontaktlosen Sensors präzise erfasst und ausgewertet. Dabei werden folgende Parameter analysiert:
- Atemfrequenz
- Atemmuster (Bauchatmung vs. Brustatmung)
- Atemtiefe
Diese Daten geben Aufschluss darüber, wie Ihr Körper individuell auf Stress und Entspannung reagiert. Sie zeigen, ob Ihre Atemreaktionen physiologisch verlaufen oder ob möglicherweise eine chronische Fehlregulation im Bereich der Stressverarbeitung und Entspannungsfähigkeit vorliegt. Eine flache, schnelle oder überwiegend thorakale Atmung kann ein Hinweis auf eine langfristige Überaktivierung des Stresssystems sein. Die Analyse hilft dabei, solche Muster zu erkennen und gezielt zu verändern – etwa durch Atemtraining oder Biofeedback-gestützte Entspannungsverfahren.
Auch die lokale Muskelspannung wird mittels EMG-Sensoren gemessen. So lässt sich erkennen, wie Ihre Muskulatur unbewusst auf Stressreize und Entspannungsphasen reagiert.
Auswertung & Nutzen
Die Ergebnisse werden individuell ausgewertet und grafisch dargestellt. Sie erhalten ein persönliches Stressprofil, das Ihnen hilft, Ihre körperlichen Reaktionen besser zu verstehen und gezielt zu trainieren – z. B. durch Biofeedback, Neurofeedback oder andere Entspannungsverfahren.
Der Stresstest zeigt außerdem, ob in Ihrem Körper pathologisch überschießende Reaktionen auf Stress auftreten, ob eine eingeschränkte Erholungsfähigkeit besteht oder ob gar keine adäquate Stressreaktion mehr sichtbar ist – ein Hinweis auf mögliche psychische Erschöpfung oder Burnout.